Badenstedt trifft nur eine Halbzeit den richtigen Ton – dann spielt Mainz zum Narhallamarsch auf

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Die HSG Hannover-Badenstedt setzte nur im ersten Durchgang richtige Töne im Konzert mit einer Liga-Größe, am Ende setzte sich nach stark vorgetragener zweiter Hälfte die FSG Mainz 05/Budenheim mit 25:31 (14:13) souverän durch und eroberte den zweiten Tabellenplatz.

Gut der Auftakt für die HSG nach dem 0:1 durch Alicia Soffel für Mainz. Tina Wagenlader fischte ein Mainzer Zuspiel weg und schickte Lena Seehausen auf den erfolgreichen Konter zum 1:1 Ausgleich. Nach einem erfolgreichen Strafwurf von Alicia Soffel setzten Jana Pollmer und Rabea Pollakowski die erste Badenstedter zur 3:2-Führung. Zu diesem Zeitpunkt hatte Badenstedts Mieke Düvel das Spielfeld schon mit einer Handverletzung verlassen, die HSG kam aber damit zunächst zurecht, denn auch Mainz gelang längst nicht alles. Größtes Manko der Gäste der Wurf vom Punkt. HSG-Coach Roland Friebe hatte für den dritten Mainzer Penalty Hanna Belgardt ins Tor beordert, Alicia Soffel ließ sich irritieren und warf daneben. Mehrfach hatte die HSG – nicht zuletzt dank zweier weiterer gehaltener Strafwürfe von Belgardt nun beim beim 9:7 von Pollmer, beim 12:10 durch Natasha Ahrens und beim 14:11 von Alina Defayay kleine Vorsprünge erarbeitet.  Mainz witterte allerdings schon die Chance in der Tabelle nach oben zu klettern und setzte durch Soffel und Romana Gerisch in den letzten 90 Sekunden vor dem Pausenpfiff die Anschlusstreffer. „Bis dahin hatten wir den Ausfall von Mieke kompensiert und gut mitgehalten“, fand HSG-Kapitänin Jana Pollmer.  

Die Badenstedter Anzeigetafel schien schon zum Wiederanpfiff etwas geahnt haben und weigerte sich fünf Minuten den Dienst aufzunehmen. Andrea Bonk und Janka Bauer erzielten dadurch aber nur mit leichter Verspätung die 14:15-Führung für Mainz. Die Gäste hatte es wesentlich leichter gegen die längst nicht mehr so entschlossenen JUNGEN WILDEN. „Wir haben die ersten 10 Minuten verschlafen“, befand Roland Friebe in seiner Schlussdiagnose. Mainz belang durch Gerisch beim 17:20 (41.) eine 3-Tore Führung, Fiebe versuchte während einer Auszeit einen allerdings erfolglosen Weckruf. Die nächsten zehn Minuten gehörten voll den Gästen, die mit einem 7:3-Lauf nach dem 20:27 durch Denise Großheim schon vorzeitig feiern durften. Badenstedter Würfe verhungerten in diesem Zeitraum vor dem Mainzer Tor und auch die Abwehr hatte Sortierungsschwierigkeiten.

HSG-Keeperin Hanna Belgardt hielt drei Strafwürfe (Foto: HSG Hannover-Badenstedt/Carsten Peter Schulze

Bei aller Kritik an Einzelsituationen darf nicht vergessen werden, dass die „Jungen Wilden“ mit zwei ausgefallenen Linkshänderinnen sowie der verletzten Mieke Düvel nur noch begrenzt Alternativen auf der Wechselbank hatten. Gegen ein Top-Team der Liga darf das als Entschuldigung dienen, gegen die kommenden Gegner aus der unteren Tabellenhälfte allerdings nicht.