Weibliche Jugend D: Ulzburgcup 2018 oder Disko, Charles Bronson und ein paar Gremlins

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Donnerstagmorgen “unterm Schwanz” in Hannover. Nach und nach vervollständigte sich die kleine Reisegruppe, bis immerhin zwölf von dreizehn Mädchen da waren, eine Betreuerin und der Coach. Die letzte Spielerin stieß am Gleis dazu, wo wir uns mit der Reisegruppe männliche D und C von Schaumburg Nord vereinigten. Letztes Jahr war lediglich Trainerin Silke als Betreuerin mit dabei, dieses Jahr brachte sie gleich zwei Mannschaften mit. Machte die Reise nach Henstedt Ulzburg zum legendären Ulzburgcup gleich eine Runde lustiger.

In Henstedt-Ulzburg schafften wir noch den Fußmarsch vom Bahnhof zum Turnierbüro im Trockenen, auf dem Weg zur Unterkunft wurden wir vom Platzregen erwischt. Es blieb gerade noch Zeit die Sachen zu trocknen und sich einzurichten, da erwartete uns schon das erste Vorrundenspiel. In der Sportlandhalle traffen wir zum Auftakt auf die Zweitvertretung des SV Henstedt-Ulzburg. Die Gastgeber taktierten natürlich auch nicht, die zweite Mannschaft bestand ausschließlich aus dem jüngeren Jahrgang und einige E-Mädchen. Nach ein wenig Anfangsnervosität zeigten die HSG… äh… TVB Mädels dann den deutlichen Leistungsunterschied und konnten die Partie mit 17:3 gewinnen. Das waren schon mal zwei mehr Punkte in der Vorrunde zum Vorjahr. Die Mädels hatten während des Spiels eine tolle Kulisse, beide Schaumburger Mannschaften sorgten für Stimmung, bis die D-Jugend selbst zum Spiel die Halle wechseln musste. Der geplante Ausflug in die Pizzeria fiel zwar nicht ins Wasser, das trübe Wetter unterdrückte die Wanderslust und Pizza aus dem Pappkarton fand den Vorzug vor leckerer knuspriger Pizza in gemütlicher Atmosphäre.

Freitagmorgen standen die beiden weiteren Vorrundenspiele an. Zunächst entführte uns Eintracht Rostock in die finstere Zeit von ABBA und den Village People – 70er Jahre Retro-Handball. Fleischmauer am Torkreis, Arme hoch, Achseln lüften, Haltungsschaden riskieren und anderthalb Positionen von links nach rechts und umgekehrt wackeln. Von AbwehrARBEIT, individueller Abwehrtechnik oder irgendeiner Form von Ausbildung in der Defensive keine Spur. Warten, bis die lütten Mädels mal versuchen über die Wand zu werfen und dann im Sprint nach vorne. 2018 gegen den 06/07er Jahrgang klappt das noch (6:15), in zwei Jahren wird Disko gegen Rock dann keine Schnitte mehr sehen – versprochen. (Am frühen Samstagmorgen gab es für Rostock in der KO Runde dann gegen Esingen ein jähes Erwachen, das Viertelfinale endete 2:19.) Zum Glück wartete zum Abschluss der Vorrunde noch Fortuna Neubrandenburg I auf. Eine echte Chance hatten wir nie, aber die erste Halbzeit (7:10) machte richtig Spaß, weil die Neubrandenburger Mädchen einen Plan verfolgten und wirklich was auf dem Kasten hatten. Und wer weiß, hätten die Mädels die Halbzeitpause nicht mit Schnatterei verbracht und den Trainer nicht erst zur Weißglut und dann in den Sitzstreik getrieben, vielleicht wäre die zweite Hälfte etwas glimpflicher ausgegangen (Endstand 9:22). Und glimpflicher hätte dann vielleicht auch ein um 5 Tore besseres Torverhältnis und das Viertelfinale bedeutet.

Wie 2017 gab es lediglich die Trostrunde um Platz 9 (dieses Jahr von 13). Die Gruppenergebnisse verhießen wenig Gutes, der nächste Gegner Stralsund hatte in der Vorrunde kein Licht gesehen. Mit 22:9 konnten die Mädels – wieder – das “Endspiel” um Platz 9 erreichen. Fortuna Neubrandenburg II versprach dann wieder ein spannender Gegner zu werden, immerhin war das Team auf drei Positionen überdurchschnittlich besetzt. Hierauf stellten wir die Mannschaft vor dem Spiel ein und wollten zumindest den Platz vom Vorjahr wieder erreichen. Neubrandenburg war allerdings ebenfalls hoch motiviert, eine Spielerin sogar so sehr, dass sie versuchte ihr Schuhprofil wie auch ihre Fingerabdrücke in unseren Mädels zu verewigen. Das Spiel blieb spannend bis zum Schluss, die Mädels liefen die ganze Zeit einen knappen Rückstand hinterher, zeigten sich aber kämpferisch und läuferisch von ihrer besten Seite und trafen in den letzten Sekunden vor Schluss zum Ausgleich. Im anschließenden 7m Werfen machte – noch einmal – die Spezialistin den Unterschied zur Feldspielerin im Tor. Zwar konnte Chiara einen 7m parieren, letztlich reichte es nicht zum Sieg. Platz 10 dieses Jahr.

Wir danken ganz herzlich Amina, die sich kurzfristig als Betreuerin der Mannschaft ihrer Schwester zur Verfügung gestellt hatte und von der Mannschaft gleich ins Herz geschlossen wurde. Vielen Dank an unsere tatkräftigen Eltern vor Ort, die Getränke und Lebensmittel mitbrachten und uns Gepäck abnahmen. Vielen Dank an die Unterstützung der Schaumburger Bengels in den Spielen und das Trainerteam Silke, Christian, Sven und Erik. Herzlichen Dank an die Rückraumspielerin von Neubrandenburg II, die uns daran erinnerte, wie wichtig die Vorbereitung im Training auf den korrekten Umgang mit unfairen Spielerinnen und das Erlernen erzieherischer Maßnahmen ist. Und natürlich ein großes Lob für das Ulzburgcup Team um Wulf Winterhoff für wieder einmal einen großartigen 42. Ulzburgcup. Wir sehen uns in 2019! Und irgendwie auch vielen Dank an die Mannschaft der ***************, die wieder einmal mit Tätlichkeiten sowie Unsportlichkeiten auffiel und die übrigen Turniergäste in ein besseres Licht rückte.