WJC I: Sesamstraße in Plesse

Views:
2

Lange vor dem Anpfiff und noch eine ganze Weile vor dem Gastgeber versam­mel­te sich die Badenstedter De­le­ga­tion in Bovenden. Das Ziel war klar, von derzeit Platz 6 (aufgrund verlegter Spiele) durch einen Auswärtssieg Richtung Platz 4 marschieren, auch wenn dieses Wochenende keine Änderung in der Tabelle möglich war. Gastgeber war die HSG Plesse Hardenberg, die wir im Hinspiel mit 33:29 schlagen konnten, die aber laut Spielplan als sehr heimstark gelten durfte.

Vor dem Spiel besprachen wir noch mal die große Bedeutung des Spiels, dass kein Ausrutscher drin war, da wir schon zu viele Punkte liegen gelassen hatten. 29 Gegentore aus dem Hinspiel waren bei weitem zu viel, die Deckung sollte wie gegen 78 in der ersten Halbzeit arbeiten. Im Training hatten wir Übergänge aus dem Rückraum und noch mal Sperren geübt, damit wollten wir punkten.

Die Mädchen begannen wie die Feuerwehr, die Deckung arbeitete vorbildlich und vorne nutzten wir unsere Chancen. Recht schnell zwangen wir die gegnerische Bank zum TTO beim Stand von 2:5. Alles schien nach Plan zu laufen. Wirklich? Etwa ab diesem Zeitpunkt war dann Sesamstraßen-Verkehrtherum-Tag (oder war das „Hallo Spencer“?). Nur niemand hatte dem Trainer Bescheid gesagt, dass alle Kommandos nun „verkehrtherum“ ausgeführt wurden. Übergänge aus dem Rückraum waren noch mal gefordert … nix davon zu sehen. Sperren wollte ich haben … sie wurden nicht einmal mehr angesagt. Bei der zweiten Welle sollte der Ball möglichst im hohen Tempo gehalten werden, ohne ihn in die Reichweite der Abwehrarme zu bringen … war eine mitlaufende Spielerin zugestellt, dann wurde mit großer Präzision der Abwehrspielerin der Ball in die Arme gespielt. Im TTO, in der Halbzeit und dann noch mal in der konkreten Situation forderte ich, dass gegen Rückraum Links und Rückraum Rechts sehr früh rausgelaufen wird … unsere Halbverteidigerin bleibt hinten stehen und darf ein Gegentor beklatschen. Balleroberung, Kommando „RUUUUUUUUUUHE!!!“… der Ball wird blindlings nach vorne geschmissen, der Gegner bekommt den Ballbesitz geschenkt. Beim Kindergeburtstag sicher ein witziges Spiel. Beim Training führen wir das dann fort mit „keinen Liniensprints“, „keinen Liegestützen“ und „keinen sit ups“…

Über einen Halbzeitstand von 12:11 erkämpfte sich Plesse einen verdienten 22:20 Heimsieg.